European Finance Index Q1 2026 Unternehmensausgaben in Deutschland: viel KI, weniger Unterhaltung und die Bahn auf Platz eins
Herzlich willkommen zu unserer ersten Ausgabe des European Finance Index*, mit dem wir Sie vierteljährlich über die Entwicklung der Unternehmensausgaben in Europa informieren.
Kein überladenes Whitepaper, kein 50-seitiger Bericht. Sondern ein kompakter Überblick, der zeigt, was Unternehmen priorisieren, wo sie aktuell Ausgaben reduzieren und was sie im Hinblick auf das kommende Quartal im Auge behalten.
In dieser Ausgabe stehen die deutschen Ausgabendaten des ersten Quartals 2026 im Fokus. Besonders auffällig sind drei Entwicklungen: spezialisierte KI-Tools gewinnen an Bedeutung, etablierte Anbieter behaupten dabei ihre starke Position – und die Deutsche Bahn landet klar auf Platz eins. Auch das deutsche Effizienzdenken spiegelt sich in den Daten wider.
* Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die Entwicklung der Unternehmensausgaben in Europa, basierend auf Tausenden aggregierten und anonymisierten Datenpunkten von über 40.000 Kund:innen.

Budgetverteilung im Vergleich: Europa und Deutschland

Wichtigste Erkenntnisse (Europa)
- Stärkstes Wachstum: Software legte um 7,83 % zu – der größte relative Anstieg über alle Kategorien hinweg. Reisen folgten mit +4,2 %.
- Stärkster Rückgang: Die Ausgaben für Unterhaltung sanken um 16,73 %, vermutlich bedingt durch weniger Firmen- und Teamevents nach der Jahresend-Saison.
- Kostenkontrolle: Marketing (-8,9 %) und Mahlzeiten & Getränke (-11,3 %) gingen beide deutlich zurück. Das spricht für eine strengere Kontrolle der variablen Ausgaben zu Jahresbeginn.
- Stabile Bereiche: Telefon & Internet sowie Dienstleistungen blieben nahezu unverändert, mit Schwankungen von jeweils unter 1,5 %.
Wichtigste Erkenntnisse (Deutschland)
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- Wachstum der digitalen Infrastruktur: Die Softwareausgaben der deutschen Unternehmen stiegen deutlich an (+7,5 %) und erreichten im März ihren monatlichen Höchststand.
- Deutliche Kürzungen bei optionalen Ausgaben: Die Ausgaben für Unterhaltung brachen im Januar 2026 gegenüber dem Vormonat ein und verzeichneten den stärksten Rückgang (19,4 %).
- Erholung bei Reisen: Nachdem die Reiseausgaben im Dezember 2025 zurückgegangen waren, erholten sie sich im März 2026 deutlich – ein typischer saisonaler Trend bei Geschäftsreisen.
- Operative Ausgaben bleiben konstant: Kategorien wie Dienstleistungen und Telefon & Internet wiesen die geringsten Quartalsschwankungen auf.
Top 20 Anbieter in Deutschland: Mobilität dominiert, OpenAI gewinnt an Bedeutung und die Post bleibt ein klassischer Budgetposten

* Nach Anzahl zahlender Kund:innen, nur Kartenzahlungen, Q1 2026.
Die Deutsche Bahn ist die unangefochtene Nummer eins in Deutschland und macht 4 % der Gesamtausgaben im ersten Quartal aus. Auf sie entfallen nicht nur die höchsten Gesamtausgaben, sondern auch die meisten zahlenden Kund:innen. Zusammen mit Booking.com (Platz 15) machen Reisen einen beachtlichen Teil der deutschen Unternehmensbudgets aus. Auffällig ist außerdem: Bei der Deutschen Bahn und Booking.com fallen pro zahlender Kund:in ähnlich hohe Durchschnittsausgaben an. Das deutet darauf hin, dass deutsche Unternehmen vor allem weite beziehungsweise häufige Geschäftsreisen buchen.
Auch Kraftstoffanbieter sind in der Liste stark vertreten: Aral (Platz 2), Shell (Platz 3), Eni (Platz 10), TotalEnergies (Platz 12), Esso (Platz 13) und JET (Platz 16). Das unterstreicht, wie wichtig Mobilität im deutschen Geschäftsalltag weiterhin ist. Trotz wachsender E-Mobilität bleiben klassische Kraftstoffausgaben ein relevanter Kostenblock.
Besonders bemerkenswert? OpenAI auf Platz 11. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Kund:in sind höher als bei Shell oder REWE (Platz 5) und gehen damit offenbar über einzelne Standard-Abos hinaus. Das spricht dafür, dass deutsche Unternehmen KI-Tools zunehmend breiter einsetzen.
Kraftstoffanbieter sind generell stark vertreten: Aral (Platz 2), Shell (Platz 3), Eni (Platz 11), TotalEnergies (Platz 12), Esso (Platz 13) und JET (Platz 16). Trotz der Diskussion um Elektrifizierung zeigen die Daten für 2026 ein hybrides Bild: Flüssigkraftstoffe bleiben ein wichtiger Treiber des deutschen Geschäftsalltags.
Der auffälligste Neuzugang? Anthropic (Claude) auf Platz 17. Der Anbieter schaffte mit einem Sprung um 37 Plätze gegenüber dem Vorquartal den Einzug in die Top 20 der Händlerliste. Das deutet nicht auf einzelne 20-Euro-pro-Monat-Lizenzen hin – deutsche Unternehmen bewegen sich zunehmend in Richtung API-lastiger Nutzung im großen Maßstab.
DHL (Platz 18) und die Deutsche Post (Platz 4) unterstreichen ein Muster bei den klassischen Betriebsausgaben: notwendig, häufig und günstig pro Transaktion.
Die wichtigsten Tech-Anbieter deutscher Unternehmen
Nach Anzahl zahlender Kund:innen, nur Kartenzahlungen, Q1 2026.
* Kann sich auf Google Workspace, Google Cloud, Google One oder Google Play beziehen.
Der Software-Stack deutscher Unternehmen zeigt, dass sie etablierten Anbietern treu bleiben und zielstrebig spezialisierte KI-Tools einführen. Das Effizienzdenken zieht sich dabei konsequent durch alle Bereiche.
Die Anthropic-Welle hat Deutschland erreicht – mit bemerkenswerter Wachstumsdynamik. Anthropic (Claude) (Platz 3) verzeichnete das rasanteste Wachstum dieses Quartals: Die Durchschnittsausgaben pro Kund:in stiegen um 33,1 % gegenüber dem Vorquartal. Die Daten deuten darauf hin, dass Einzelnutzer:innen zunehmend Claude anwenden, während Unternehmen in die API-Schicht von Anthropic investieren.
OpenAI (Platz 1) behauptet seine Position und verzeichnet mit 6,5 % solide steigende Durchschnittsausgaben. Apple hingegen verzeichnete einen Rückgang um 11,6%. Deutsche Unternehmen scheinen über ein stabiles, aber reifes Apple-Ökosystem zu verfügen.
Cursor (Platz 16) ist ein Anbieter, den man im Blick behalten sollte. Die Gesamtausgaben stiegen im Vergleich zum Q4 um 75,8 %. Deutsche Entwickler:innen testen das Tool nicht nur, sondern setzen dauerhaft darauf. Dabei zeigen die Nutzungsmuster einen Wechsel von Einzellizenzen zu Unternehmensplänen.
Atlassian (Platz 10) bleibt eine feste Größe und auch der deutsche Anbieter DeepL (Platz 15) konnte seinen Platz in der Rangliste behalten. Die nächsten Quartale werden zeigen, wie sich die steigenden Investitionen in das Anthropic-Ökosystem auf diesen Top-20-Status auswirken.
Die wichtigsten Software-Anbieter im Quartalsvergleich

Die CFO-Checkliste für das zweite Quartal 2026
KI-Abonnements prüfen, bevor sie sich häufen
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OpenAI, ChatGPT, Claude.ai und Anthropic sind alle unter den Top-20-Softwareanbietern in Deutschland. Das sind vier sich überschneidende KI-Tools auf einer Liste. Viele Teams zahlen wahrscheinlich für mehr als eines davon, ohne klare Abgrenzung der Anwendungsfälle. Erfassen Sie, was einzelne Teams tatsächlich nutzen, bevor die nächsten Verlängerungen anstehen.
- Versteckte Upgrades aufdecken. Prüfen Sie Tools, bei denen die Ausgaben deutlich gestiegen sind. Stellen Sie sicher, dass Ihre Teams die Funktionen, für die sie zahlen, auch wirklich nutzen – und nicht automatisch über KI-Add-ons, die pro Nutzer berechnet werden, auf teurere Tarife hochgestuft wurden.
Reise- und Mobilitätsbudgets optimieren
- Den Bahnvorrang konsequent durchsetzen. Die Deutsche Bahn ist Deutschlands größter Anbieter im ersten Quartal. Sie macht 4 % der Gesamtausgaben aus und verzeichnet die meisten zahlenden Kund:innen. Sofern Sie den Vorrang der Bahn noch nicht in Ihrer Reiserichtlinie verankert haben, liefern diese Daten das beste Argument dafür.
- Kraftstoffausgaben transparent machen. Unter den Top-20-Händlern in Deutschland befinden sich sechs Kraftstoffanbieter: Aral, Shell, Eni, TotalEnergies, Esso und JET. Wenn Ihre Teams Kraftstoffkosten ohne klare Richtlinie abrechnen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um eine einzuführen.
Zusammenfassend lässt sich festhalten: Die deutschen Unternehmen gaben im ersten Quartal 2026 gezielt und effizient aus. Die KI-Ausgaben stiegen rasant, die Bahn spielte bei den Ausgaben für Geschäftsreisen eine zentrale Rolle, während die Ausgaben für Unterhaltung um beinahe 20 % sanken.
Bleiben Sie gespannt auf die Daten aus dem zweiten Quartal 2026.